Gut 500 Menschen gingen am Freitagabend 24.03.2017 in Solidarität mit Nekane Txapartegi auf die Strasse. Sie demonstrierten gegen den am Donnerstag vom Bundesamtes für Justiz gefällten Entscheid, Nekane an den spanischen Staat auszuliefern.

Gegen 19:00 Uhr versammelten sich gut 500 Menschen auf der Piazza Cella an der Zürcher Langstrasse. Die Polizei zeigte im Quartier Präsenz und stellte sich rund um den Versammlungsort auf. Die Versammelten liessen sich jedoch nicht einschüchtern. Ein grosser und kämpferischer Frauen*block bildete sich an der Spitze des Demonstrationszuges, der sich auf der Langstrasse in Bewegung setzte.

Nebst lautstark skandierten Parolen, die die sofortige Freilassung von Nekane Txapartegi forderten, wurden bald Reden gehalten. Nekane Txapartegi wurde in Spanien aufgrund eines unter Folter erzwungenen Geständnisses, bei welchem sie sich selbst der Unterstützung der ETA beschuldigen musste, zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Auf ihrer Flucht gelangte sie in die Schweiz, wo sie 8 Jahre lebte, bis sie in Zürich aufgrund eines spanischen Auslieferungsgesuchs 2016 inhaftiert wurde. Die 43-jährige Baskin sitzt nun seit über einem Jahr in Ausschaffungshaft in Zürich.

Das Free Nekane Aktionsbündnis Zürich liess in seiner Medienmitteilung verlauten: «Die Argumentation des erstinstanzlichen Entscheides vom 23.3.2017 ist ein Hohn. Sie lässt sich damit zusammenfassen, dass die Folter-Vorwürfe nichtig seien, da sie von den spanischen Behörden bestritten werden. Aus diesem Grunde spreche nichts gegen die Auslieferung.»

Weiter liefen die Demonstrant*innen Richtung Gefängnis und grüssten Nekane. In einer Rede wurde bedauert, dass Nekane nicht mit Champagner und Feuerwerk in der Freiheit empfangen werden konnte, dafür wurde sie aber mit lauten Parolen und Knallern vor den Gefängnismauern gegrüsst. Es wurde ein Brief von Nekane vorgelesen, in dem sie betont, dass sexualisierte Gewalt nie bloss ein «Ausrutscher» sei, sondern immer auch eine systematisch stattfindende Vernichtungsstrategie gegen progressive Bewegungen.

Reden vor dem Knast

Rede zur Folter als Vernichtungsstrategie, die vor dem Gefängnis gehalten wurde

Selbstbestimmt zog die Demonstration weiter Richtung Stauffacher und über die Sihlpost zurück in den Kreis 4. Die Polizei markierte während der ganzen Demonstration Präsenz und versuchte zu verhindern, dass die Demonstrant*innen ein zweites Mal durch die Langstrasse laufen konnten. Durch schnelles Reagieren konnte die Polizeisperre jedoch umgangen werden und die Demonstration weiter Richtung Helvetiaplatz geführt werden.

Auf dem Helvetiaplatz wurde ein Brief von Nekane vorgelesen, in dem sie sich bei ihren Unterstützer*innen bedankt und weiter verlauten lässt, dass sie kämpferisch bleiben werde. So werden Nekane und ihre Anwält*innen Rekurs gegen den Entscheid einreichen und auf allen Ebenen weiterkämpfen.

Zeitgleich fanden auch in Bern und Basel Free Nekane Demonstrationen statt:

Unterstützen wir den Kampf von Nekane weiterhin lautstark und mit allen Mitteln! Schreibt Nekane Briefe und geht jeweils zwischen 18:30 und 20:00 Uhr mit Feuerwerk vor dem Knast vorbei!
Für den 6. April, den Jahrestag von Nekanes Verhaftung ist ein internationaler Aktionstag geplant. In Zürich ist eine Demo angesagt.
Weitere Informationen zur Free Nekane Kampagne findest du auf der Homepage des Free Nekane Solikomitees und auf auf der Facebook-Page Freiheit für Nekane.

Libérez Nekane!