Was bereits im Vorfeld zu erwarten war, ist eingetroffen – die Polizei hat mit einem riesigen Aufgebot einen Grossteil der Proteste gegen die “100 Jahre SVP Zürich”-Feier im Kongresshaus mit Repression überzogen. Ganz ruhig blieb es dennoch nicht.

Bereits kurz vor 13 Uhr war der Bürkliplatz, wo sich die Gegner*innen der SVP-Feier besammeln wollten, komplett von der Polizei umstellt. Im Vorfeld wurde unter dem Hashtag #antifarally gegen die schlussendlich abgesagte Wir sind Direkte Demokratie-Kundgebung in Bern, sowie gegen die “100 Jahre SVP Zürich”-Feier in Zürich überregional mobilisiert. Auf der Quaibrücke sowie auf dem General-Guisan Quai stand je ein Wasserwerfer neben vielen Gitterwagen und Riotcops und ein Polizei-Hubschrauber drehte seine Runden über dem Kongresshaus. Verdächtig aussehende Menschen wurden kontrolliert und erhielten oftmals eine Wegweisung/Rayonverbot.

Viel Polizei auf der Quaibrücke Viel Polizei auf der Quaibrücke

Gegen 15 Uhr besammelten sich gut 150 Personen auf dem Bürkliplatz und forderten lautstark Die SVP in den Zürichsee! - Tauche nid bade. Die Polizei kesselte die Demonstrant*innen sofort mit Gitterwagen und unter der Drohkulisse von Riot-Cops und den beiden Wassenwerfern ein. Im Kessel hielten die Demonstrant*innen diverse Reden, riefen Parolen gegen die SVP sowie deren Gesinnung und für einen solidarischen Umgang mit Geflüchteten. Die Polizei kontrollierte sämtliche Menschen im Kessel und führte diese einzeln in bereitstehende Gefangenentransportern ab.

Die Polizei bildet mit Gitterwagen einen Kessel

Die Demonstration wird eingekesselt

Mit Kastenwagen wird die Demonstration in einen Kessel gedrängt.

Der Haupteingang des Kongresshauses sowie die anliegenden Strassenzüge waren die ganze Zeit über von Riot-Cops und einer grossen Anzahl von Polizist*innen in Zivil beschützt. Wer in das Kongresshaus wollte, musste sich also durch ein Spalier von schwer bewaffneten Riot-Cops drängeln.

Der Haupteingang des Kongresshauses Ein Besucher der Feier vor dem Haupteingang des Kongresshauses.

Zivilpolizist*innen Eine Gruppe von Zivilpolizist*innen

Vom General-Guisan-Quai her waren am Nachmittag vereinzelt Böller zu hören. Kurz nach 16 Uhr formierte sich dann eine kleine Demonstration an der Gotthardstrasse in Richtung Kongresshaus. Diese wurde von der Polizei mit Gummischrot und Tränengas angegriffen. Die Demonstrant*innen warfen Rauchbomben, verbarrikadierten die Strasse und riefen Parolen. Als die Polizei kurz daraufhin mit mehreren Kastenwagen voller Riot-Cops am Ort des Geschehens ankam, verschwanden die Demonstrant*innen in Richtung Bahnhof Enge. Die Polizei nahm die Verfolgung auf und kontrollierten daraufhin in der Umgebung diverse jüngere Menschen.

Demonstration an der Gotthardstrasse Demonstration an der Gotthardstrasse.

Roter Rauch steigt auf Roter Rauch steigt beim Kongresshaus auf.

Ein Polizei-Motorrad trifft als erstes bei der Demonstration ein Ein Polizei-Motorrad trifft als erster bei der Demonstration ein.

Die Strasse wird verbarrikadiert Die Strasse wird verbarrikadiert.

Riotcops verfolgen die Demonstrant*innen Riotcops verfolgen die Demonstrant*innen.

Von der Polizei verhaftete Personen wurden auf das Kasernenareal gebracht und im Laufe des Abends grösstenteils wieder entlassen. Solidarische Menschen wurden am frühen Abend von der Polizei an der Zeughausstrasse eingekesselt und ebenfalls kontrolliert.

Update 1: Uns wurde per Mail ein Communiqué vom Aktionsbündnis "Rechte Hetze stoppen" zugestellt.

Update 2: Zürcher SVP feierte unter massivem Polizeischutz im Bolero Club in Winterthur - Parteipräsident Albert Rösti gebierduscht!

Im Rahmen des Jubiläums der rassistischen Partei fand am Freitagabend, den 17. März, in Winterthur eine Party der SVP statt. Der Anlass hätte mehr oder weniger geheim bleiben sollen und stand bloss geladenen Gästen offen. Nachdem aber die Antifaschistische Koordination Winterthur (AKW) auf den Anlass aufmerksam machte, versammelten sich genug SVP-Gegner*innen, um die Stadt- sowie die Kantonspolizei aus der Reserve zu locken. Rund um den Bolero Club ("Residency of beautiful people") schlichen Zivilpolizist*innen und andere dubiose Gestalten herum, damit die feinen SVP-Herrchen und die weniger zahlreich vertretenen SVP-Damen ungestört den Weg in den Club beschreiten konnten. Es fand sich sodann auch einige Parteiprominenz ein. ajour sichtete etwa den Jusprofessor Hans-Ueli Vogt, den Ex-Nationalrat Christoph Mörgeli sowie Weltwoche-Verleger und Nationalrat Roger Köppel.
Doch trotz dem polizeilichen Beistand kam es zu Störmanövern: Für Albert Rösti, den Präsidenten der SVP Schweiz, hielten die Antifaschist*innen eine Erfrischung der besonderen Art bereit. Als Rösti mit seinem Anhang noch sichtlich gut gelaunt in Richtung Bolero stolzierte, erhielt er kurzerhand eine antifaschistische Bierdusche. Der nun nicht mehr so schick Befrackte flüchtete rasch zu seinen Parteifreund*innen. Sofort wurde ein mittleres Aufgebot von Robocops herbeigekarrt, welches nun den Clubeingang zu bewachen hatte. Zu Verhaftungen von SVPler*innen oder ihren Gegner*innen ist es nicht gekommen.